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Kochschulen und Kochkurse in Bangkok

Seit über 50 Jahren begeistert die thailändische Küche Menschen in aller Welt

Die heutige thailändische Küche, aus vielen asiatischen und teils europäischen Einflüssen zu etwas weltweit hoch Geachtetem neu komponiert, genießt schon spätestens seit den 1960er Jahren unter wissenden Köchen und genießenden Gästen große Wertschätzung. Mit dem Anwachsen des internationalen Tourismus in Thailand in dieser Zeit wuchs auch die globale Bekanntheit der landestypischen Speisen und Getränke, nicht nur in fast ganz „Siam“ selbst, sondern auch in zahlreichen Großstädten Europas sprießen thailändische Restaurants nach wie vor aus dem Boden. Gab es beispielsweise in London 1970 lediglich vier offizielle Einrichtungen mit Thaiküche, waren es Mitte der 1990er bereits mindestens 300. In den USA soll bereits 1959 in Denver, Colorado das erste Thairestaurant eröffnet worden sein, in London folgte die Premiere im Jahr 1967 im noblen Stadtteil South Kensington durch das ehemalige Diplomatenpaar Mr. und Mrs. Bunnag.

Mit geschickten Marketingmaßnahmen wird die internationale Beliebtheit gesteigert

Etwa gegen Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre entdeckte schließlich auch die damalige thailändische Regierung das riesige Potential der global gelobten einheimischen Kochkunst als sehr authentisches, allseits beliebtes und überaus schmackhaftes Mittel der Werbung für den Fremdenverkehr. Zwischen 2001 und 2006 sorgte die staatlich mit insgesamt 500 Millionen Baht pro Jahr geförderte Kampagne „Kitchen of the World“ zur Propagierung der thailändischen Kulinarik für weitere internationale Popularität. Mit günstigen Darlehen und diversen Subventionen wurden gastronomische Unternehmer ermutigt, thailändische Restaurants rund um den Globus zu eröffnen. Mit der ausschließlichen Verwendung und Zubereitung von komplett aus Thailand importierten Zutaten exklusiv aus dem Zertifizierungsprogramm „Thai Select“ konnten sich diese Restaurants in kurzer Zeit einen ausgezeichneten Namen machen. 2009 fand eine große strategische Konferenz zum Thema Promotion der thailändischen Küche im „Queen Sirikit National Convention Centre“ in Bangkok unter Leitung der nationalen Tourismusbehörde statt.

Die thailändische Küche

Die thailändische Küche ©TK

Sensible Roboter und Maschinen kommen bei der Qualitätssicherung zum Einsatz

Seit den früher 2000er Jahren gilt die thailändische Küche als die nach der italienischen, französischen und chinesischen weltweit Bekannteste, in Sachen Beliebtheit nimmt sie nach den drei Erstgenannten sowie indischer und japanischer Küche den sechsten Rang ein. Nach „Kitchen of the World“ und „Thai Select“ ist seit 2012 das neue kulinarische Konzept „Thai Delicious Project“ das Mittel zur Wahl und zum Ruhm der thailändischen Küche. Die eigens vom Technologie- und Wissenschaftsministerium zu diesem Zweck gegründete „Thailand's National Innovation Agency (NIA)“ investiert seither jährlich gut 30 Millionen Baht (1 Million US-Dollar) in die Entwicklung und den Einsatz biosensorischer Testmaschinen und die Registrierung klassischer Gerichte, in den Vertrieb hochwertiger Koch- und Fertigmischungen sowie in offiziell anerkannte Ausbildungen, Lehrgänge und Abschlüsse sowohl für einheimische als auch ausländische Köche. Beim Ende August 2016 im „Plaza Athénée Hotel Bangkok“ durchgeführten Galadinner „Authentic Thai Food for the World“ im Beisein des Industrieministers Atchaka Sibunruang wurden die Pläne für die zukünftige hochqualitative Standardisierung von über 300 thailändischen Rezepten bis 2020 bekräftigt.

Manch ein Kritiker bezweifelt jedoch das Wissen und Können der künstlichen Tester

Natürlich wurden und werden solche ehrgeizigen Pläne zur möglichst genauen Erfassung von Zutaten und Zubereitungen von vielen Gourmets, Feinschmeckern und Köchen auch als übertrieben und die individuelle Kreativität hemmend kritisiert. So lässt sich tatsächlich ein wenig über die Sinnhaftigkeit vom rein maschinellen Testmethoden für Klassiker der thailändischen Küche wie Phat Thai (Reisbandnudeln mit verschieden Beilagen), Kaeng Masaman („Moslemcurry“), Kaeng Khiao Wan (grünes Thai-Curry), Kaeng Kari (gelbes Thai-Curry), Khao soi (Nudelsuppe), Sai ua (Bratwurst aus Schweinefleisch), Nam phrik (scharfe Chilisoße) und Nam phrik ong (scharfes Ragout) streiten. Ob ein Testroboter wie die 100.000 US-Dollar teure „e-delicious machine“ mit ihren zehn Sensoren wirklich alleinig in der Lage ist, den Geschmack einer von 100 menschlichen Testern vorher favorisierten Suppe anhand seiner chemischen Bestandteile auf einer Skala zwischen 1 und 100 mit mindestens 80 als Standard zu klassifizieren, sei zumindest dahingestellt.

Thailändisch kochen lernen ist ein neuer Trend im Tourismus im ganzen Land

Nichtsdestotrotz haben diese umfangreichen und anhaltenden Maßnahmen zur stetigen internationalen Ausbreitung der thailändischen Kochkunst zu deren großer Popularität auf der ganzen Welt bedeutend beigetragen. Kulinarische Touren in einzelne Regionen oder durch das ganze Land haben sich in den letzten Jahren zu einem beachtlichen Segment im Tourismus entwickelt. Kochschulen und Kochkurse in der Hauptstadt Bangkok wie auch an vielen anderen Orten werden von ausländischen Hobbyköchen im Urlaub oder auf der Fortbildung gut besucht. Sowohl in Hotels und anderen Unterkünften als auch in eigenen Häusern untergebracht, erfreuen sich derlei Lehranstalten und Kurse unter Besuchern Thailands steigender Beliebtheit, mit der großen Nachfrage hat auch deren Anzahl stark zugenommen. Drei Veranstalter in Bangkok, die von Absolventen und Teilnehmern immer wieder als sehr befähigt und professionell, vielseitig und zuverlässig geschildert werden, werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Ob Anfänger oder Profi: An wenigen Tagen oder in zwei Monaten eingeweiht werden

Ein der bedeutendsten und bekanntesten Kochschulen für thailändische Küche ist die „Bangkok Thai Cooking Academy“ an der berühmten Geschäftsstraße Thanon Sukhumvit (Sukhumvit Road) im Bezirk (Khet) Phra Khanong in der südöstlichen Innenstadt. Hier unweit der Bangkok-Skytrain-Station Bang Chak werden fünf verschiedene Arten von Kursen für einschlägig interessierte Gäste angeboten. So zum Beispiel die „Beginner Cooking Classes“ mit 30 Gerichten zum Lernen mit zwei Unterrichtseinheiten täglich von montags bis samstags, die „Vegetarian Cooking Classes“ mit dem gleichen Ablauf für rein pflanzliche Kost und die „Up To You Cooking Classes“ für Fortgeschrittene mit vier frei wählbaren Gerichten von über 110, die im Einzelunterricht demonstriert werden. Darüber hinaus gehören auch die „Specialized Cooking Classes“ und die „Chef Courses“ zur Erlangung des Titels „Master Thai Culinary Chef“ für professionelle Teilnehmer in fünf Tagen bis acht Wochen zum Programm.

Der Besuch eines thailändischen Marktes ist oft integraler Bestandteil der Kurse

Eine weitere renommierte langjährige Institution zur schrittweisen und fachkundigen Erlernung der thailändischen Kochkunst in Bangkok in der Straße Waiti zwischen der Silom und der Saton Thai Road im Bezirk Bang Rak ist die „Silom Thai Cooking School“. Im Einzelunterricht oder in Klassen mit bis zu neun Teilnehmern bringen ausgebildete thailändische Köche den Schülern ausgewählte Gerichte der nationalen Küche bei. Zum besseren Verständnis der Zutaten und Zubereitungen beginnt jeder Kurs mit dem Besuch eines Marktes, um alle Nahrungsmittel und Gewürze einzukaufen, die für ein fünfgängiges Menü benötigt werden. Deshalb starten die auch für Gruppen gut geeigneten Kurse auch früh am Morgen, um somit noch die beste Qualität auf dem Markt zu bekommen, dabei lernt man auch, wie die Einheimischen zu handeln und zu feilschen. Die Kurse finden morgens, nachmittags und abends an jedem Tag der Woche statt, wahlweise kann auch ein siebentägiger Intensivkurs besucht werden.

Manche Anbieter unterrichten auch auf Englisch und sind auf Firmen spezialisiert

Ebenfalls einen sehr guten Namen unter angehenden und professionellen Köchen aus aller Welt mit Interesse an der thailändischen Küche genießt die „Baipai Thai Cooking School“ in der Ngam Wongwan Road im Bezirk (Khet) Chatuchak im Norden zwischen der Innenstadt und dem Flughafen Don Mueang. Schon seit 2002 wird hier mit offizieller Anerkennung des Bildungsministeriums auf Englisch gelehrt und thailändisch gekocht, in dem ruhigen und grünen Wohnviertel überzeugt die großzügig gestaltete Anlage durch erstklassige Ausstattung. Angeboten werden die „Half-Day Cooking Class“ als „Morning Class“ von 9.30 bis 13.30 Uhr oder als „Afternoon Class“ von 13.30 bis 17.30 Uhr. Im Preis inbegriffen sind der Transport vom und zum Hotel im Zentrum, ein Kochbuch mir Rezeptsammlung und sämtliche Zutaten. Die Kurse werden häufig als Rahmenprogramm für Konferenzen und Seminare sowie für das „Teambuilding“ bei Geschäftsreisen gebucht, im Vordergrund steht neben den kulinarischen Kenntnissen auch der soziale und gemeinschaftsfördernde Aspekt des geselligen Kochens.

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